Wissen & Aufklärung Archive - PhysioWerk https://physiowerk-soest.de/category/wissen-aufklaerung/ Praxis für Physiotherapie in Soest Mon, 23 Feb 2026 09:50:08 +0000 de hourly 1 Die Lendenwirbelsäule, das Kreuz mit dem Kreuz https://physiowerk-soest.de/die-lendenwirbelsaeule-das-kreuz-mit-dem-kreuz/ Mon, 23 Feb 2026 09:46:08 +0000 https://physiowerk-soest.de/?p=2906 Zur Übersicht Die Lendenwirbelsäule, das Kreuz mit dem Kreuz 23 Februar, 2026 — PhysioWerk In unserem heutigen Blogbeitrag geht es um den unteren Abschnitt der Wirbelsäule, die sogenannte Lendenwirbelsäule. Dieser unterste Abschnitt unserer beweglichen Wirbelsäule besteht aus fünf kräftigen Lendenwirbeln. Sie trägt die Hauptlast unseres Oberkörpers und ist gleichzeitig extrem mobil, was sie allerdings auch […]

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Die Lendenwirbelsäule, das Kreuz mit dem Kreuz

— PhysioWerk
In unserem heutigen Blogbeitrag geht es um den unteren Abschnitt der Wirbelsäule, die sogenannte Lendenwirbelsäule. Dieser unterste Abschnitt unserer beweglichen Wirbelsäule besteht aus fünf kräftigen Lendenwirbeln. Sie trägt die Hauptlast unseres Oberkörpers und ist gleichzeitig extrem mobil, was sie allerdings auch anfällig für Verletzungen und Verschleiß macht.

Anatomie

Die Lendenwirbelsäule setzt sich aus fünf sehr stabilen Wirbelkörpern zusammen. Durch die hohe Last die sie tragen muss sind die Wirbelkörper höher als in den anderen Regionen der Wirbelsäule. Stabilität erlangt die Wirbelsäule wie in den oberen Regionen auch, durch straffe Bandstrukturen und Muskulatur. Zwischen den Wirbelkörpern gelagert finden wir als beweglichen Teil erneut die Bandscheiben. Diese dienen in der Lendenwirbelsäule mehr als in den anderen Abschnitten als eine Art Stoßdämpfer. Die Funktionsweise von Bandscheiben wird in einem weiteren Block noch näher erörtert. Im Anschluss an die Lendenwirbelsäule finden wir noch das Kreuzbein welches aus fünf miteinander verknöcherten Wirbelkörpern besteht und dem angeschlossen das Steißbein welches aus drei bis fünf ebenfalls miteinander verknöcherten Wirbelkörpern besteht.

 Im Vergleich zu den Hals- oder Brustwirbeln sind die Lendenwirbel besonders groß und massiv gebaut da sie den größten Druck aushalten müssen. Sie bestehen zum einen aus dem Wirbelkörpern einem zylindrischen tragenden Teil, den Wirbelbogen welcher den Wirbelkanal (Spinalkanal) in dem die Nervenfasern geschützt verlaufen und aus dem Fortsetzen welche man nach hinten als Dornfortsatz und seitlich als Querfortsätze erkennen kann.

Wie bereits erwähnt finden wir zwischen den Wirbelkörpern als beweglichen Teil die Bandscheiben. Ihre Aufgabe ist es Erschütterung abzufedern und die Beweglichkeit zwischen den Wirbeln zu ermöglichen. Genauso wie die Wirbelkörper finden wir in der Lendenwirbelsäule besonders dicke Bandscheiben die in der Lage sind den hohen Lasten standzuhalten und den entstehenden Druck optimal zu verteilen.

Als letzte Verbindung zwischen den Wirbelkörpern finden wir noch die sogenannten Facettgelenke. Diese Bestimmen die Richtung in die wir uns bewegen können. Ein komplexes System aus Bändern hält die gesamte Struktur zusammen und verhindert dass die Wirbel bei Belastung verrutschen. Die Facettgelenke bezeichnet man als echte Gelenke, da sie einen eigenen Kapselbandapparat besitzen.

Als letztes ist noch zu erwähnen dass immer zwei Wirbelkörper zusammen schräg seitlich nach hinten gerichtet ein wirbelloch bilden, aus denen die einzelnen Spinalnerven heraustreten und die dementsprechenden Regionen nerval versorgen.

Wie in allen Teilen des menschlichen Körpers darf man eine ganz besondere Struktur nicht vergessen, die Muskeln. Im Bereich der Lendenwirbelsäule finden wir zum einen die tief liegenden Muskeln und zum anderen die oberflächlichen Muskeln. Das tiefliegende System die Stabilisatoren setzen sich zum einen aus den muskuli multifidii, welche aus kleinen Muskeln direkt an der Wirbelsäule bestehen, dem Musculus transversus abdominis und der Beckenbodenmuskulatur zusammen. Diese in Einheit gesehen bilden ein natürliches Korsett zur Stabilisation der Wirbelsäule. Darüber gelegen finden wir das oberflächliche System die globalen Beweger. Zu ihnen gehören unter anderem der Musculus erector spine  (Rückenstrecker) der Musculus iliopsoas als Hüftbeuger und Verbindung zwischen Wirbelsäule und Oberschenkelknochen und der Musculus quadratus lumborum welcher das Becken mit den Rippen und der Lendenwirbelsäule vereint. Wichtig für die Stabilität aber auch für die Mobilität der Lendenwirbelsäule ist dabei ein Zusammenspiel der tiefen und oberflächlichen Muskeln. Bei chronischen Schmerzpatienten kommt es häufig dazu dass die tiefliegende Muskulatur, ihre Arbeit einstellt und zunehmend verkümmert. Oftmals wird dieser Muskelgruppe viel zu wenig Aufmerksamkeit im Bereich der Rehabilitation geschenkt.

Dies ist natürlich nur ein kurzer Exkurs in dem Bereich der Anatomie der Lendenwirbelsäule.

Krankheitsbilder

Bei den Krankheitsbildern der Lendenwirbelsäule unterscheiden wir zunächst angeborene Krankheitsbilder oder erworbene Krankheitsbilder. Zu den angeborenen zählen unter anderem die Spina bifida (offener Rücken eine Fehlbildung bei der sich der Wirbelbogen nicht vollständig schließt, eine angeborene Skoliose (seitliche Verkrümmung der Wirbelsäule), sowie die sogenannten Blockwirbel bei dem die knöcherne Verschmelzung zweier oder mehrerer Wirbelkörper zu sehen ist.

Zu den erworbenen/degenerativen Erkrankungen, Verschleiß, finden wir als erstes natürlich den sogenannten Bandscheibenvorfall bzw. die Bandscheibenvorwölbung. Dabei kommt es zu einer Verschie des Gallertkerns. Als weiteres finden wir ein durch verschleißbedingte Verengung des Wirbels Kanals die sogenannte Spinalkanalstenose. Als wachstumsbedingte Erkrankung finden wir den sogenannten Morbus Scheuermann eine Wachstumsstörung in Jugendalter die zu einer verstärkten Rundrücken Bildung (Hyperkyphose) führt. Aber auch idiopathisches Skoliosen eine Wirbelsäulenverkrümmung die sich meist während der pubertären Wachstumsschübe ohne klare Ursache entwickelt. Des weiteren finden wir entzündliche und systematische Erkrankung wie denn morbus Bechterew ,die Osteoporose und nicht zuletzt die Spondylodiszitis(eine bakterielle Entzündung der Bandscheibe und der angrenzenden Wirbelkörper).

Therapie

Für uns als Physio Werk Soest stehen natürlich die erworbenen Krankheitsbilder im Vordergrund. Zu jeder therapieform gehört eine sorgfältige Diagnostik in Form meist von bildgebenden Verfahren wie MRT, CT oder zumindest ein Röntgen. Die daraus sich ergebende Therapie erfolgt oft stufenweise. Sie beginnt mit der konservativen und begleitenden medikamentösen Schmerztherapie. Eine Operation wird in der Regel erst bei neurologischen Ausfällen oder Therapieresistenz in Betracht gezogen.

Im Physio Werk Soest wird man eine auf jedem Patienten abgestimmte Therapie nach sorgfältiger vorheriger Untersuchung, erstellen. Oberstes Gebot bei jeder Therapie sollte jedoch sein Bewegung zu fördern, Schmerzen zu reduzieren, um eine langfristige Gesunderhaltung zu erreichen.

Wir vom Physio   Werk Soest können dabei auf eine langjährige Erfahrung, sowie auf viele unterschiedliche therapieformen im Kollegenkreis zurückgreifen.

Fazit

Die Lendenwirbelsäule ist ein zugleich sehr widerstandsfähiger Abschnitt der Wirbelsäule, aber auch zugleich ein sehr anfälliger Anteil. Jedoch egal, um welche Art von Beschwerden es sich bei Ihnen handelt, wir vom Physio Werk Soest sind mit unserem über lange Jahre erworbenen Fachwissen und einer Menge an unterschiedlichen Behandlungsmethoden stets für Sie. Scheuen Sie sich nicht uns anzusprechen!!


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Das Knie https://physiowerk-soest.de/das-knie/ Mon, 17 Nov 2025 09:06:09 +0000 https://physiowerk-soest.de/?p=2717 Zur Übersicht Das Knie 17 November, 2025 — PhysioWerk Das Kniegelenk, das größte, komplexeste, aber somit auch anfälligste Gelenk des menschlichen Körpers, welches täglich die gesamte Last des Körpergewichts tragen muss. In diesem Blog möchten wir einen kurzen Einblick in die Anatomie, mögliche Erkrankungen und Therapiemöglichkeiten des Kniegelenkes geben. Anatomie Das Kniegelenk besteht zunächst aus […]

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Das Knie

— PhysioWerk

Das Kniegelenk, das größte, komplexeste, aber somit auch anfälligste Gelenk des menschlichen Körpers, welches täglich die gesamte Last des Körpergewichts tragen muss.

In diesem Blog möchten wir einen kurzen Einblick in die Anatomie, mögliche Erkrankungen und Therapiemöglichkeiten des Kniegelenkes geben.

Anatomie

Das Kniegelenk besteht zunächst aus den beiden Hauptgelenkpartnern der Tibia (Schienbein) beziehungsweise dem Tibiaplateau mit seinen beiden Einbuchtungen, in denen sich auch die Menisken befinden. Der zweite Gelenkpartner befindet sich am unteren Oberschenkelknochen und bildet sich aus den beiden Femurcondylen. Auf dem Schienbeinplateau liegen außen und innen in den Ausbuchtungen halbmondförmig die Menisken. Verbunden werden die beiden Gelenkpartner durch die sogenannten Collateralbänder (Innenband, Außenband) welche an beiden Seiten vom Oberschenkel zum Unterschenkel hin verlaufen und bei ca. 90° Beugung „locker“ sind. Zusätzliche Stabilisation vor allem in der Streckung erhält das Kniegelenk durch die Kreuzbänder (ligamentum cruciatum anterior und posterior), welche zwischen Oberschenkel und Unterschenkel verlaufen. Die Kreuzbänder bestehen jeweils aus zwei Bündeln, wodurch das vordere Kreuzband ein nach vorne rutschen und das hintere ein nach hinten rutschen des Unterschenkels verhindert. Bei der vollständigen Extension wickeln diese sich umeinander und geben dem Gelenk zusätzlichen Halt. Umgeben werden die ganzen Strukturen, wie bei jedem anderen Gelenk auch, von der Gelenkkapsel. Diese umschließt das gesamte Gelenk und ist an der Rückseite in der Kniekehle „eingeschlagen“ wodurch das hintere Kreuzband sich außerhalb des Kniegelenkes befindet. Eine weitere Besonderheit ist die in die Kapsel eingebettete Kniescheibe, welche in der „Rille“, die sich durch die beiden Oberschenkelcondylen ergibt, läuft.

Zum Verständnis für komplexe Verletzungsmuster des Kniegelenkes ist es noch wichtig zu wissen, dass das Innenband mit dem Innenmeniskus zusätzlich verwachsen ist.

Bewegungsausmaß Kniegelenk

Extension (Streckung): 0°

Flexion(Beugung): 135°- 150°

Innenrotation: ca. 10°

Aussenrotation: ca. 30°

Verletzungen, Pathologie

Wie bereits erwähnt handelt es sich beim Kniegelenk um eines der komplexesten und am meisten belasteten Gelenke des menschlichen Körpers. Dies wiederum bringt mit sich das ist eine Reihe von Schäden, darunter Bänder- und Sehnenrisse (zum Beispiel Kreuzband oder Innenband Risse), Meniskusschäden und Knorpelverschleiß (Arthrose oder Chondromalazie), erleiden kann. Diese Verletzungen können durch akute, wie Verdrehen des Knies bei Sportunfällen oder durch degenerative Prozesse wie altersbedingten Verschleiß entstehen. Die Symptome reichen dabei von Schmerzen und Schwellungen bis hin zu Instabilität, wobei auch , Kombinations-Verletzungen wie die “Unhappy Triad“(vordere Kreuzband, Innenband und Meniskus) auftreten können.

Häufige Knieverletzungen

  • Vorderer Kreuzbandriss, oft auch als Kombinationsverletzung mit Innenband und Innenmeniskusverletzung
  • Hinterer Kreuzbandriss
  • Innen-/ Außenbandriss
  • Meniskusverletzungen, Meniskusriss
  • Knorpelschäden, wie der Chondromalazie (Aufweichen des Knorpels), Arthrose (degenerativer Verschleiß), Osteochondrosis dissecans (Lösen von Knorpel aufgrund von Durchblutungsstörungen)
  • Bursitis (Entzündung von Schleimbeuteln)
  • Sehnenverletzungen wie Risse (Quadrizepssehnenriss) oder Entzündungen (durch Reizung bei Über-/ Fehlbelastung)
  • Baker Zyste (in der Kniekehle sammelt sich Flüssigkeit)
  • Patellaluxationen (meistens nach außen, in seltenen Fällen nach innen)

Diagnose:

Bei der Diagnose erfolgt zunächst eine körperliche Untersuchung mit Messung der Bewegungsgrade und bestimmten Tests, welche eine eingeschränkte Beweglichkeit, so wie eine Instabilität des Knies zeigen können. Des Weiteren können Meniskus-verletzungen oder Bandverletzungen ausgetestet werden. Bei einem Verdacht sollten dann um genaue Verletzungsmuster erkennen zu können, bildgebende Verfahren zum Einsatz kommen.

Therapie, Behandlung:

Die Art der Behandlung variiert je nach Art und Schwere der Verletzung. Dabei kann von einer konservativen bis hin zu einer operativen Behandlung alles erforderlich sein.

Bei einer konservativen Therapie steht ihnen Ihr Physiotherapeut nützlich mit Ratschlägen und einem für sie angepassten Therapieplan zur Seite. Aber auch vor einem operativen Eingriff es ist zwingend notwendig ihr Kniegelenk unter therapeutischer Aufsicht für diese OP vorzubereiten. Die angewendeten Techniken dafür hängen natürlich zum einen von der Verletzung oder dem Grad des Verschleißes und dem Erscheinungsbild des Kniegelenkes ab. Das heißt das zunächst ein Abbau einer vorhandenen Schwellung im Vordergrund stehen kann, aber auch eine Schmerz- abhängige Mobilisation sowie der Erhalt der Muskelkraft von Nöten ist.

Dies gilt nicht nur für Verletzungen im Kniegelenk, sondern gleichermaßen auch für den künstlichen Gelenkersatz. Denn zieht man in Betracht, dass es sich bei einem künstlichen Gelenk in erster Linie darum handelt dass nur die Gelenkflächen ausgetauscht werden und die restlichen Strukturen bis auf das vordere Kreuzband, weitestgehend erhalten bleiben. So ist es nur logisch im Vorfeld einer solchen Operation zunächst einmal den richtigen Zeitpunkt zu wählen, das heißt nicht zu früh und aus Bequemlichkeit einen Gelenkersatz bevorzugen, sondern auch den vorherigen Erhalt der Beweglichkeit sowie den Erhalt der Muskelkraft nicht zu vernachlässigen.

Wir vom PhysioWerk Soest stehen stetig im Austausch mit den dafür notwendigen niedergelassenen Fachärzten und Operateuren und stehen Ihnen mit Fachkompetenz ratend zur Seite.

Sollte es dennoch unabdingbar sein und Sie haben einen Gelenkersatz bekommen, so haben Sie ebenfalls die Möglichkeit sich bei uns zu melden, um die nötige Fitness für Ihren Alltag zurückzuerlangen.

Fazit

Das Kniegelenk als eines der komplexesten Gelenke des menschlichen Körpers, bietet bei all seiner Stabilität natürlich auch eine Menge an Verschleißmöglichkeiten und Verletzungsmustern. Wir vom PhysioWerk Soest bieten Ihnen als Patient jedoch für alle diese möglichen Fälle eine Vielzahl an Therapiemöglichkeiten und ein auf Sie und Ihr Problem abgestimmten Therapieplan. Sprechen Sie uns einfach rechtzeitig an!


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Die Hüfte https://physiowerk-soest.de/die-huefte/ Tue, 11 Nov 2025 09:43:30 +0000 https://physiowerk-soest.de/?p=2704 Zur Übersicht Die Hüfte 11 November, 2025 — PhysioWerk In diesem Blogbeitrag geht es um ein zentrales Gelenk des menschlichen Körpers, die Hüfte. Da es sich dabei um ein reines Kugelgelenk handelt, gibt es ähnlich wie bei einem Schultergelenk eine Vielzahl an Bewegungsmöglichkeiten, wie die Flexion, die Extension, die Abduktion, die Adduktion und auch eine […]

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Die Hüfte

— PhysioWerk

In diesem Blogbeitrag geht es um ein zentrales Gelenk des menschlichen Körpers, die Hüfte. Da es sich dabei um ein reines Kugelgelenk handelt, gibt es ähnlich wie bei einem Schultergelenk eine Vielzahl an Bewegungsmöglichkeiten, wie die Flexion, die Extension, die Abduktion, die Adduktion und auch eine Außen-/Innenrotation. Es ist nach dem Kniegelenk das zweitgrößte Gelenk der Säugetiere.

Anatomie

Anders als z.B. bei der Schulter handelt es sich bei der Hüfte um ein Gelenk, welches eine knöcherne Führung besitzt. Das heißt, dass bei der Hüfte der Hüftkopf in der Hüftpfanne sitzt und dort eine knöcherne Begrenzung findet. Die Gelenkpartner finden wir am Ende des Femurs (Oberschenkelknochen) in Form des Hüftkopfes (caput femoris) und als Hüftpfanne, dem Acetabelum, welches sich aus den drei Beckenknochen, dem os ilium, dem os pubis und dem os ischii, bildet. Seine Stabilität für unseren aufrechten Gang erhält das Gelenk durch seine Kapsel mit seinen starken und straffen Bändern. Zu diesen zählen das Ligamentum capitis femoris, welches Kopf und Pfanne direkt verbindet, das Ligamentum iliofemorale, ischiofemorale und pubofemorale. Die drei letztgenannten bilden von den einzelnen Beckenknochen ausgehend ein “Bandgeflecht” und wirken sich somit stabilisierend auf das Gelenk aus, so dass eine Luxation (herausspringen) des Hüftkopfes aus der Pfanne kaum möglich ist.

Lediglich das Ligamentum capitis femoris ist beim Erwachsenen Menschen häufig verkümmert und hat keine mechanische Funktion mehr, sondern dient maßgeblich der Blutversorgung, da an ihm Blutgefäße entlang laufen.

Die Versorgung des Hüftkopfes mit Blut erfolgt über die arteria circumflexia femoris lateralis und medialis und der arteria obturatoria. Das acetabelum hingegen wird durch die arteria obturatoria, glutea superior und inferior und der arteria pudenda interna versorgt.

Wie bereits zum Anfang erwähnt, besitzt das Hüftgelenk eine Vielzahl an Bewegungsmöglichkeiten, welches ebenso eine Vielzahl an Muskeln bedarf, um diese ausführen zu können. Alle möglichen werden wir hier jedoch nicht aufzählen. Die Abkürzung M. steht für Muskulus.

Hüftbeuger (Flexoren):
M. iliopsoas, M. rectus femoris, M. tensor fasciae late, M. sartorius

Hüftstrecker (Extensoren):
M. gluteus maximus, medius und minimus (hintere Anteile), M. semitendinosus, M. semimembranosus, M. biceps femoris, M. adduktor magnus

Hüftabspreizer (Abduktoren):
M. gluteus maximus, medius, minimus, M. piriformis

Hüftheranführer (Adduktion):
M. adductor longus, brevis, magnus, M. gracillis, M. pectineus

Hüfteindreher (Innenrotator):
M. gluteus medius,minimus, M. adductor longus, brevis und magnus, M. pectineus

Hüftausdreher (Aussenrotator):
M. piriformis, M. gemellus superior, M. obturator internus, M. gemellus inferior, M. quadratus femoris

Wie man sieht, eine ganze Menge an Muskeln, welche dem Gelenk zusätzliche Stabilität und aber auch die nötige Beweglichkeit geben. Manche von ihnen besitzen je nach Stellung des Gelenkes auch eine doppelte bzw. umgekehrte Funktion. Alle diese Muskeln haben ihren Ursprung in der Nähe des Hüftgelenkes und ebenso auch ihren Ansatz. Manche ziehen auch bis über das Kniegelenk. Zwei knöcherne Strukturen springen durch den Ansatz und dem Zug der Muskeln noch einmal hervor. Der sogenannte trochanter major, welcher sich an der oberen Aussenseite des Oberschenkels befindet und der trochanter minor, welcher sich an der Oberschenkelinnenseite befindet.

Als letzte noch erwähnenswerte Struktur, finden wir an der Hüfte eine Gelenkkapsel, welche das Gelenk wie jedes Andere auch umschließt und den Gelenk zusätzliche Stabilität, Geschmeidigkeit und Schutz gibt, aber auch die nötigen Nervenfasern enthält, welche jegliche Informationen über Stellung, Schmerz, Bewegung etc. weiterleitet.

Sicherlich gäbe es anatomisch noch viele weitere Dinge zu besprechen. Dies würde jedoch den Rahmen sprengen und eine Menge an Grundkenntnissen im Bereich der Anatomie voraussetzen.

Winkel

Zur biomechanischen Beurteilung des Hüftgelenkes werden häufig röntgenologisch ermittelte Winkel herangezogen. Der Wichtigste hierbei ist der sogenannte CCD Winkel (centrum-collum- diaphysen Winkel), welcher den Winkel zwischen Oberschenkel-knochen und dem Oberschenkelhals, beziffert. Dieser verändert sich im Laufe des Alters wie folgt:

  • Kind 140°
  • Erwachsener 120° bis 130°
  • Senioren 115°

Veränderungen im Bereich des Winkels führen unweigerlich zu einer Gelenkfehlstellung und Fehlbelastung, welche wiederum zu pathologischen Veränderungen führen kann und häufig wird. Die Winkel spielen jedoch auch bei der Diagnostik eine große Rolle.

Erkrankungen

Bei den Erkrankungen im Bereich des Hüftgelenkes unterscheiden wir zum einen die angeborenen Fehlbildungen der Hüfte wie zum Beispiel die Hüftdysplasie oder auch angeborene Luxationen. Die Häufigkeit dieser Erkrankung ist dank einer verbesserten Früherkennung ab der Geburt und durch daraus resultierende konservative Behandlungen deutlich zurückgegangen. Des Weiteren kennen wir im Bereich des Hüftgelenkes die erworbenen Krankheitsbilder, wie zum Beispiel eine Hüftarthrose oder auch Coxarthrose genannt. Dabei handelt es sich um eine Verschleißerscheinung, die den Gelenkknorpel rissig macht oder verformt und letztlich zu einer Auflösung führt. Meistens tritt diese Erkrankung bei älteren Menschen auf oder bei Menschen mit einer unzureichenden Untersuchung im kindlichen Alter. Als weitere Erkrankungen im Bereich des Hüftgelenkes kennen wir entzündliche Prozesse. Dazu gehören Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises sowie Entzündungen durch genetische oder hormonelle Einflüsse, aber auch durch Umweltfaktoren. Auch im Bereich von Sehnenansätzen, Schleimbeuteln, Muskeln und Knochenhaut beziehungsweise Knochen kennen wir durch Über-/ und oder  Fehlbelastung entzündliche Prozesse. Als letztes kennen wir im Bereich der Hüfte, Erkrankung infolge eines Unfalls. Solche meist durch große Krafteinwirkung hervorgerufene Verletzungen können der sogenannte Oberschenkelhalsbruch, die Acetabulumfraktur, eine Luxation aber auch Abrisse von Muskel und Sehnen, nach sich ziehen.

Wie bei allen Verletzungen und Beschwerdebildern bleibt Ihnen als Betroffener nur der Gang zum Arzt. Dieser wird durch eine ausreichende Diagnostik mittels Bewegungsanalyse, bildgebenden Verfahren wie Röntgen oder Ultraschall etc., letztendlich zu einer Diagnose kommen.

Therapie

Ganz egal zu welchem Ergebnis eine solche Diagnostik führt. Innerhalb einer physiotherapeutischen Behandlung ist es grundsätzlich möglich Beschwerden zu therapieren, um diese gänzlich zu beheben oder zumindest eine Linderung zu erreichen.

Ihr Therapeut wird sie dabei von Kopf bis Fuß oder von Fuß bis Kopf betrachten, um mögliche Fehlerquellen herauszufinden. Im Anschluss wird er einen auf sie abgestimmten Therapieplan erstellen, diesen mit Ihnen besprechen und zusammen durchführen. Dabei ist es egal ob es sich um eine prophylaktische Therapie oder um eine Therapie vor oder nach einer OP handelt.

Wir vom Physio Werk  Soest handeln stehts nach einem ganzheitlichen Prinzip, und wählen dabei häufig eine Vielzahl an unterschiedlichen Therapien.

Prophylaxe

Damit es erst gar nicht zu einem Beschwerdebild kommt und sie ärztlichen oder therapeutischen Beistand benötigen, gibt es eine Vielzahl an prophylaktischen Möglichkeiten, dem Ganzen entgegenzuwirken.

Durch eine ausgewogene Ernährung, eine gute Mischung aus Be und Entlastung, so wie Vermeidung von wiederkehrenden fehlerhaften Bewegungsabläufen, können Fehlerquellen bereits reduziert werden. Ebenso sind richtige und ausreichende Bewegung und das Reduzieren von Körpergewicht und das Vermeiden von tragen schwerer Lasten, unabdingbar. Auch können Yoga, Gymnastik und Entspannungstechniken zu einer guten Beweglichkeit und einer langlebigen gesunden Hüfte beitragen.

Auch dazu sind wir im Physio Werk Soest geschult und helfen Ihnen gerne, damit es erst gar nicht zu einem Beschwerdebild kommt.


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Das Lymphsystem. Alles im Fluss? https://physiowerk-soest.de/das-lymphsystem-alles-im-fluss/ Mon, 01 Sep 2025 08:19:40 +0000 https://physiowerk-soest.de/?p=2599 Zur Übersicht Das Lymphsystem 01 September, 2025 — PhysioWerk Alles im Fluss? In diesen Blockbeitrag geht es um das Lymphsystem, seine Bedeutung, die Wichtigkeit der manuelle Lymphdrainage und die Folgen bei Nichtbeachtung. Anatomie Das Lymphsystem  ist eines der wichtigsten Systeme welche eine große Bedeutung in der Unterstützung unseres Immunsystems darstellt. Es bezeichnet ein zum Blutkreislauf […]

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Das Lymphsystem

— PhysioWerk

Alles im Fluss?

In diesen Blockbeitrag geht es um das Lymphsystem, seine Bedeutung, die Wichtigkeit der manuelle Lymphdrainage und die Folgen bei Nichtbeachtung.

Anatomie

Das Lymphsystem  ist eines der wichtigsten Systeme welche eine große Bedeutung in der Unterstützung unseres Immunsystems darstellt. Es bezeichnet ein zum Blutkreislauf parallel laufendes Gefäßsystem, welches für die Reinigung des Körpers im Zwischenzellraum zuständig ist. Die Lymphflüssigkeit gelangt mit dem normalen Blutkreislauf (dem arteriellen Blut) zu seinem Bestimmungsort, dem interzellulären Raum. Dieser Austausch basiert auf einem kolloidosmotischen Druck, dass heißt, das Eiweiß vorhanden sein muss, welches das Wasser anzieht. Und genau darin liegt der wichtige Faktor. Man könnte der Meinung sein das dieses „Reinigungswasser“ nun auch wieder über den venösen Kreislauf zurückgelangt. Da die Lymphflüssigkeit jedoch dann eiweißhaltig ist und die Eiweißmoleküle nicht durch die Wände der Venen passen, kann die Lymphe auch nur über das Lymphsystem abtransportiert werden.

Dieses System besteht in erster Linie aus ganz feinen Gefäßen, welche den gesamten Köperdurchziehen. Innerhalb der Gefäße befinden sich die sogenannten Lymphknoten, welche als Filter für die mitgenommenen Abfallstoffe fungieren. Auf seinem Weg zurück muss die Lymphflüssigkeit mindestens drei dieser Knotenpunkte passieren, um nach einem Sammelgefäß im Bauchraum dann gereinigt wieder dem normalen Körperkreislauf, kurz vor dem Herzen zugefügt zu werden.

Zu dem Lymphsystem gehören jedoch noch eine Anzahl von Organen, welche eine wichtige Rolle bei der Immunabwehr und der Rückgewinnung von Eiweißen beteiligt sind. Dazu gehören die Milz, Thymus (lymphatische Organ im oberen Brustraum), Mandeln, Appendix und Peyer Plaques (lymphatisches Gewebe im Dünndarm), welche für die Reifung und Produktion von Immunzellen wichtig sind.

Für den Abbau und Wiederaufbau von Eiweißen besitzt der Körper dann ein eigenes ausgeklügeltes System, welches ebenfalls wichtig bei dem Erhalt unser Gesundheit ist.

Als letztes ist noch wichtig zu erwähnen das unser Lymphsystem am Transport von Fetten aus dem Verdauungstrakt beteiligt ist.

Funktionsweise…

Wie bereits erwähnt gelangt das „Reinigungswasser“ mit dem normalen arteriellen Blut bis in den Intrazellulären Raum. Dabei wird Flüssigkeit aus dem Blutplasma durch die Kapillare ins Gewebe filtriert. Diese Flüssigkeit ist dort bestimmt, um Stoffwechselprodukte etc. mit in die Lymphkapillare zu nehmen, welche dort beginnen. Sie besitzt in sich Fette, Proteine und Abwehrzellen. Nach der Aufnahme in die Lymphkapillare fließt die Lymphe durch ein Netzwerk von größer werdenden Lymphgefäßen, ähnlich wie beim Blutkreislauf. Dabei werden die Lymphe und ihre Bestandteile zu den Lymphknoten geleitet in welchen sich Fresszellen und Lymphozyten befinden durch welche die Lymphe von Bakterien, Viren, Zellresten und anderen Schadstoffen gereinigt wird. Auf ihrem Weg zurück zum normalen Kreislauf muss die Lymphe mindesten drei Lymphknoten passiert haben, um genügend gereinigt zu sein. Danach fließt sie zu den großen Lymphsammelstellen, dem ductus thoracicus und dem dutus lymphaticus, welche sich im unterem Thoraxbereich befinden. Von den Sammelstellen aus fließt die gereinigte Lymphe dann durch den linken Venenwinkel in Nähe des Schlüsselbeines, dem Blutkreislauf zu und wird dann über die Nieren ausgeschieden.

Nun wird sich ein jeder fragen, warum das Wasser nicht direkt in den venösen Kreislauf gelangt und ausgeschieden wird. Berechtigt, aber wie aufgeführt ist Lymphe mit Bakterien und Viren und anderen Abfall-/Schadstoffen belastet und würde so über den Blutweg nur im gesamten Körper verteilt werden. Des Weiteren und das ist der Wichtigste Unterschied zu anderen Körperflüssigkeiten, enthält die Lymphe Eiweißstoffe, welche nicht durch die Wände der venösen Gefäße passen. Hier liegt auch häufig der Fehler in der Gabe von Diuretikern. Es mag ja zunächst richtig sein das Gewebe mit Wasserentziehenden Mitteln zu entlasten, jedoch wenn es sich um ein Lymphöden handelt, führt dies dazu, dass die Eiweißmoleküle im Gewebe liegen bleiben. Dies führt zum einem dazu, dass sich wieder mehr Wasser im Gewebe ansammelt, da Eiweiß die Eigenschaft besitzt Wasser zu binden und auf Dauer führt Eiweiß zu Gewebeschädigungen.

Diagnose, Arten…

Um ein Lymphödem genau zu diagnostizieren ist der Gang zu einem Facharzt (Lymphologe, Angiologe; Gefäßchirurg) unabdingbar. Bei unklarer Gewichtszunahme, schweren Beinen und oder Armen, bei Umfangsvergrößerung an Extremitäten, Hautveränderungen und Spannungsgefühl, sollte der Arzt aufgesucht werden.

Bei unklarer Lage kann dieser mit verschiedenen Untersuchungen und ggf. mit einem bildgebenden Verfahren eine genaue Diagnose stellen. Diese ist notwendig, um dann gezielt handeln zu können.

Bei Lymphödemen unterscheidet man zunächst die primären und die sekundären. Die primären sind durch eine angeborene Komponente begleitet, das heißt das die Lymphanlage ausgebildet ist und auch funktioniert, es im System jedoch  Fehler gibt, welche irgendwann einmal dazu führen können das das Lymphsystem überfordert ist und nicht mehr ausreichend agiert oder aber es auch sofort zu Ödembildung kommt. Beim sekundären Lymphödem führt ein äußerer oder auch ein innerer Einfluss zu einer Ödembildung. Das heißt der Körper versucht zu reparieren und benötigt viel Lymphflüssigkeit und das System ist dann mit dem Abtransport überfordert und es kommt zu einer Ödembildung.

Bei einem primären handelt es sich um eine chronische Erkrankung, welche dann häufig einer stetigen Behandlung bedarf. Das sekundäre kann nach Behandlung  und ausheilen der Ursache wieder vollständig ausheilen.

Als heutzutage weitere Formen des Lymphödem kennen wir das Lipolymphödem und das Lipödem.

Bei einem Lipolymphödem führen eine Stoffwechselstörung der Fette dazu, dass Lymphgefäße komprimiert werden und das es dadurch zu einer vermehrten Ansammlung von Gewebewasser kommt.

Beim Lipödem handelt es sich um eine chronische Fettstoffwechselerkrankung mit einhergehender Wasseransammlung. Diese Patienten haben häufig einen längeren Leidensweg hinter sich, da diese Erkrankung noch nicht vollständig verbreitet und anerkannt ist und mit vielen Begleitsymptomen wie Schmerzen, schweren Beinen etc. einhergeht.

Therapie, Prophylaxe…

Generell muss man sagen, dass bei einem diagnostiziertem Lymphödem und bei einem Lipolymphödem nur eine manuelle Lymphdrainage, eine Kompressionstherapie und ausreichende Bewegung zu einer Linderung bzw. zu einer kompletten Ausheilung führen. Zudem können medikamentöse Unterstützungen und eine Ernährungsschulung die Heilung positiv beeinflussen.

Nun fragen Sie sich bestimmt zu Recht, was mit einer elektronischen Lymphdrainage ist?

Aus therapeutischer Sicht muss man sagen, dass es bei Sportlern zur Verbesserung der Regenerationszeit gut eingesetzt werden kann. Ebenso nach der Anwendung der manuellen Lymphdrainage, um nochmals das Ergebnis zu stabilisieren. Ebenso bei leichten lymphatischen Beschwerden. Bei reinen Lymphödemen im fortgeschrittenen Stadium jedoch ist eine manuelle Lymphdrainage unabdingbar.

Fazit…

Bei jeglicher Art von lymphatischen Störungen und bei jedem Verdacht einer lymphatischen Störung ist es notwendig den Gang zum Arzt nicht zu scheuen. Bei einer stehenden Diagnose sollten Sie dann schnellstmöglich einen Therapeuten mit der Qualifikation zur MLD aufsuchen. Dieser wird Sie ausreichend Untersuchen und Sie zudem zu nötigen zusätzlichen unterstützenden Hilfsmitteln und Therapien beraten.

Denn nur ein unbehandeltes Lymphödem führt zu folgeschweren Komplikationen und zu Langzeitschäden.


Wir vom  Physiowerk Soest stehen Ihnen natürlich auch gerne mit kompetenten Therpeut:innen in allen Fragen zu lymphatischen Störungen beratend zur Seite. Scheuen Sie sich nicht uns anzusprechen. Je eher, desto besser!!

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Osteoporose und der Stellenwert von Übungstherapie zur Verbesserung der Knochendichte https://physiowerk-soest.de/osteoporose-und-der-stellenwert-von-uebungstherapie-zur-verbesserung-der-knochendichte/ Mon, 28 Jul 2025 09:06:11 +0000 https://physiowerk-soest.de/?p=2567 Zur Übersicht Osteoporose und der Stellenwert von Übungstherapie zur Verbesserung der Knochendichte 28 Juli, 2025 — PhysioWerk Einleitung Unsere Knochen sind kein starres System. Ganz im Gegenteil – Knochengewebe unterliegt einem ständigen Umbau. Gemeint ist damit das Wechselspiel von knochenaufbauenden (Osteoblasten) und -abbauenden (Osteoklasten) Zellen. Dieses Wechselspiel ist in der Regel in Balance, kann jedoch […]

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Osteoporose und der Stellenwert
von Übungstherapie zur Verbesserung der Knochendichte

— PhysioWerk

Einleitung

Unsere Knochen sind kein starres System. Ganz im Gegenteil – Knochengewebe unterliegt einem ständigen Umbau. Gemeint ist damit das Wechselspiel von knochenaufbauenden (Osteoblasten) und -abbauenden (Osteoklasten) Zellen. Dieses Wechselspiel ist in der Regel in Balance, kann jedoch mit zunehmendem Alter aus dem Gleichgewicht geraten. Kommt es in der Folge zu einem vermehrten Abbau von Knochenmasse, spricht man von Osteoporose. Sie ist eine der häufigsten Erkrankungen des Skelettsystems. Betroffen sind insbesondere Frauen sowie ältere Menschen. Neben einer Reduktion von Knochenmasse verändert sich die mikroarchitektonische Knochenstruktur. Durch diese Veränderungen wird die Knochenstruktur geschwächt – sie werden instabiler und weniger belastbar, was das Risiko für Knochenbrüche erhöht.

In diesem Beitrag schauen wir uns den Nutzen von Übungstherapie und Krafttraining in der Prävention und Behandlung von Osteoporose an und welche Rolle sie als ergänzende Maßnahme zur medikamentösen Therapie spielt.

Wie entwickelt sich Osteoporose? Gibt es Risikofaktoren, die die Entstehung von Osteoporose begünstigen?

Es gibt verschiedene Risikofaktoren, die vermutliche eine Rolle bei der Entstehung von Osteoporose spielen. Diese umfassen unter anderem erbliche Anlagen, hormonelle Veränderungen sowie Bewegungsmangel.

Insbesondere bei Frauen spielt der sinkende Östrogenspiegel um die Menopause herum eine zentrale Rolle bei der Entstehung von Osteoporose. Neben der Wirkung von Östrogen wird der Einfluss von Dehydroepiandrosteron, kurz DHEA, diskutiert. Hierbei handelt es sich um ein Steroidhormon, das im menschlichen Körper wie eine Art Vorstufe für die weiblichen und männlichen Sexualhormone Östrogen und Testosteron wirkt. Zudem wird vermutet, dass DHEA die Osteoblastenaktivität stimuliert und damit den Aufbau von Knochenmasse fördert. Mit zunehmendem Alter sinkt die Konzentration von DHEA, sowohl bei Männern als auch bei Frauen. Das führt vermutlich zu einer Abnahme der Knochenmasse-aufbauenden Aktivität der Osteoblasten. Bei gleichbleibender Aktivität der Osteoklasten führt das dazu, dass die Knochendichte stetig abnimmt.

Eine Herausforderung im Zusammenhang mit Osteoporose ist, dass die Erkrankung lange Zeit frei von Symptomen verlaufen und daher zunächst unerkannt bleiben kann. Erst wenn es zu osteoporotisch bedingten Frakturen an beispielsweise der Wirbelsäule oder der Hüfte kommt, wird Osteoporose als Ursache erkannt.

Wie sollte die Therapie gestaltet werden und welchen Nutzen bietet Krafttraining im Zusammenhang mit Osteoporose?

Ein Blick in die Literatur zeigt, dass die Behandlung von Osteoporose auf einem multimodalen Ansatz basiert. Dabei werden mehrere Therapieansätze kombiniert, um den individuellen Nutzen der einzelnen Anwendungen zusammenzuführen und die beste Wirkung zu erzielen. Diese kombinierten Programme umfassen in der Regel medikamentöse Therapie, Ernährungsumstellung und körperliche Bewegung.

Wie bereits erwähnt, werden Knochen ständig umgebaut. Mechanische Reize, wie sie beim Krafttraining oder in Übungstherapie auftreten, können diesen Umbau direkt beeinflussen. Sie fördern die Aktivität der knochenaufbauenden Osteoblasten und hemmen gleichzeitig den Abbau von Knochen durch Osteoklasten. Bei Menschen mit Osteoporose oder einem erhöhten Risiko für diese Krankheit kann regelmäßige Übungstherapie den Knochenabbau verlangsamen und sogar teilweise kompensieren. Eine Studie von Maddalozzo et al. (2007) zeigte dazu, dass Krafttraining in Kombination mit Hormontherapie die Knochendichte in der Wirbelsäule erhöhen konnte. Im Hüftbereich reduzierte sich die Abbaurate des Knochens im Vergleich zu den Teilnehmenden, die nur Hormontherapie erhielten oder keine dieser Therapien durchführten.

Doch die Vorteile von Trainingsprogrammen gehen über ihre Wirkung auf die Knochendichte hinaus. Sie verbessern auch die Muskelkraft, das Gleichgewicht und die neuromuskuläre Koordination. Durch diese Effekte kann sich das Risiko von Stürzen und damit auch sturzbedingten Frakturen verringern, was besonders mit zunehmendem Alter von großer Bedeutung ist.

Übungsprogramme beinhalten im Wesentlichen folgende Punkte:

  • Muskelaufbau- und Krafttraining (z. B. mit Gewichten oder Therabändern)
  • Propriozeptives Training zur Sturzprophylaxe
  • Koordinations- und Gleichgewichtstraining
  • Gewichtsbelastende Aktivitäten wie zügiges Gehen, leichtes Joggen oder auch Tanzen

Beispielhafte Übungen für Ihren Alltag

Im Rahmen einer physiotherapeutisch begleiteten Osteoporosetherapie können folgende Übungen sinnvoll eingesetzt werden:

  1. Fersenheben: Verbesserung der Bein- und Rumpfstabilität
  2. Isometrische Wandkniebeuge: Stärkung der Oberschenkelmuskulatur
  3. Einbeinstand: Förderung der Gleichgewichtsfähigkeit und Propriozeption
  4. Biceps Curls mit Therabändern: Kräftigung der Armmuskulatur

Jede Übung sollte dabei individuell an die physischen Voraussetzungen und mögliche Kontraindikationen der Patientinnen und Patienten angepasst werden. Wir im PhysioWerk Soest erarbeiten mit Ihnen einen personalisierten Übungsplan unter Berücksichtigung aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse.

Fazit

Osteoporose ist eine Herausforderung für die alternde Gesellschaft. Wissenschaftliche Erkenntnisse unterstreichen, dass eine strukturierte Übungstherapie nicht nur in der Prävention, sondern auch in der Therapie eine unverzichtbare Rolle einnimmt. Die positive Beeinflussung der Knochenstoffwechselprozesse, die Reduktion des Sturzrisikos und die Steigerung der Lebensqualität sind gut dokumentiert.

In unserer physiotherapeutischen Praxis im Herzen von Soest stehen wir Ihnen mit fachlicher Expertise zur Verfügung, um gemeinsam mit Ihnen einen individuellen und effektiven Therapieansatz zu entwickeln. Eine frühzeitige und konsequente Übungstherapie kann einen entscheidenden Beitrag zur langfristigen Gesunderhaltung Ihrer Knochen leisten. Vereinbaren Sie gerne ein Erstgespräch mit unserem Team – wir freuen uns auf Sie!

Für die besonders Interessierten:

Grote, C., Reinhardt, D., Zhang, M. & Wang, J. (2019). Regulatory mechanisms and clinical manifestations of musculoskeletal aging. Journal of Orthopaedic Research, 37(7), 1475–1488. Wiley. https://doi.org/10.1002/jor.24292

Maddalozzo, G. F., Widrick, J. J., Cardinal, B. J., Winters-Stone, K. M., Hoffman, M. A. & Snow, C. M. (2007). The effects of hormone replacement therapy and resistance training on spine bone mineral density in early postmenopausal women. Bone, 40(5), 1244–1251. Elsevier BV. https://doi.org/10.1016/j.bone.2006.12.059

Villareal, D. T. & Holloszy, J. O. (2006). DHEA enhances effects of weight training on muscle mass and strength in elderly women and men. Endocrinol Metab, 291.

Xie, M., Zhong, Y., Xue, Q., Wu, M., Deng, X., O. Santos, H. et al. (2020). Impact of dehydroepiandrosterone (DHEA) supplementation on serum levels of insulin-like growth factor 1 (IGF-1): A dose-response meta-analysis of randomized controlled trials. Experimental Gerontology, 136, 110949. Elsevier BV. https://doi.org/10.1016/j.exger.2020.110949


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Adhärenz in der Physiotherapie https://physiowerk-soest.de/adhaerenz-in-der-physiotherapie/ Tue, 29 Apr 2025 13:13:01 +0000 https://physiowerk-soest.de/?p=2515 Zur Übersicht Adhärenz in der Physiotherapie –warum Durchhalten (fast) alles ist 29 Mai, 2025 — PhysioWerk Einleitung: Wenn Mitmachen zum Heilen beiträgt Physiotherapie ist mehr als nur das bloße Abarbeiten von Übungen in der Praxis. Sie ist ein gemeinschaftlich gestalteter Prozess zwischen Patientin und Therapeutin. Der Begriff Adhärenz versucht diesen partnerschaftlichen Prozess zu erfassen und […]

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Adhärenz in der Physiotherapie –
warum Durchhalten (fast) alles ist

— PhysioWerk

Einleitung: Wenn Mitmachen zum Heilen beiträgt

Physiotherapie ist mehr als nur das bloße Abarbeiten von Übungen in der Praxis. Sie ist ein gemeinschaftlich gestalteter Prozess zwischen Patientin und Therapeutin. Der Begriff Adhärenz versucht diesen partnerschaftlichen Prozess zu erfassen und zu beschrieben. Vereinfacht ist damit die aktive, informierte und motivierte Mitarbeit an der eigenen Therapie gemeint. Gerade in der Physiotherapie, wo Veränderungen im Bewegungsverhalten und die Regelmäßigkeit von Übungen mitunter entscheidend sind, kann Adhärenz einen positiven Beitrag zum Therapieerfolg leisten.

Was genau ist Adhärenz?

In der medizinischen und therapeutischen Praxis beschreibt Adhärenz das Ausmaß, in dem Patientinnen aktiv und verantwortungsvoll an der gemeinsam entwickelten Therapie teilnehmen und ihre individuellen Erfahrungen vor und während des Prozesses einbringen.

Anders als bei der Compliance, bei der Patientinnen eher passiv Anweisungen der Therapeutinnen folgen, steht bei der Adhärenz die partnerschaftliche Beziehung im Vordergrund. Das bedeutet: Therapeutin und Patientin entwickeln gemeinsam einen Plan, der realistisch, individuell und sinnvoll ist. Der oder die Patientin entscheidet sich bewusst dafür, diesen Plan umzusetzen.

Diese Herangehensweise fördert nicht nur das Verständnis für den eigenen Körper. Patientinnen entwickeln darüber hinaus Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und fühlen sich bestärkt darin einen aktiven Beitrag zur Heilung leisten zu können.

Warum ist Adhärenz so wichtig in der Physiotherapie?

Physiotherapie wirkt nicht durch bloßes Anwesendsein. Viele der positiven Therapieeffekte entstehen durch die kontinuierliche Anwendung, die Einbindung in den eigenen Alltag und das regelmäßige Üben zwischen den Sitzungen.

Hier einige Gründe, warum Adhärenz eine so zentrale Rolle spielt:

  1. Langfristige Veränderungen erfordern Regelmäßigkeit
    Der Körper verändert sich nicht über Nacht. Sehnen, Muskeln, Gelenke – sie alle reagieren auf wiederholte Reize. Wer Übungen nur sporadisch macht, bleibt oft hinter seinen Möglichkeiten zurück.
  2. Schmerzbewältigung durch Bewegung
    Besonders bei chronischen Schmerzen hilft Bewegung – aber nur, wenn sie dauerhaft integriert wird. Adhärenz hilft, Bewegungsangst zu überwinden und die Kontrolle über den eigenen Körper zurückzugewinnen.
  3. Vermeidung von Rückfällen
    Wer lernt, den eigenen Körper zu verstehen, kann Warnsignale besser deuten und frühzeitig gegensteuern.
  4. Eigenverantwortung statt Abhängigkeit
    Ziel der Physiotherapie ist immer auch, Patientinnen in die Lage zu versetzen, selbst aktiv zu werden. Adhärenz stärkt die Selbstwirksamkeit.

Welche Hürden fordern unsere Adhärenz heraus?

Trotz aller Vorteile fällt es vielen schwer, an ihrem Programm dranzubleiben. Die Gründe dafür sind vielseitig:

  • Zeitmangel: Der Alltag ist voll. Zwischen Job, Familie und anderen Verpflichtungen bleiben die Übungen oft auf der Strecke.
  • Motivationsprobleme: Fortschritte sind manchmal nicht sofort sichtbar. Das kann frustrierend wirken.
  • Schmerzen: Wenn eine Übung unangenehm ist, wird sie gemieden.
  • Unklare Ziele: Wenn Patientinnen nicht wissen, warum sie etwas tun, fehlt die innere Überzeugung.

All das sind normale Stolpersteine. Wichtig ist, sie zu erkennen und aktiv anzugehen.

Tipps für mehr Adhärenz im Alltag

  1. Transparente Kommunikation mit dem/der Therapeutin
    Fragen Sie nach, wenn Sie etwas nicht verstehen. Sagen Sie offen, wenn Ihnen etwas nicht hilft oder nicht umsetzbar ist. Nur so kann der Therapieplan angepasst werden.
  2. Ziele setzen – realistisch und motivierend
    Statt „Ich will schmerzfrei sein“ können aktivitätsbezogene Ziele helfen, wie zum Beispiel: „Ich will wieder Treppen steigen, ohne Pause machen zu müssen.“ Überlegen Sie sich kleine, erreichbare Ziele, denn kleine Schritte helfen dabei dranzubleiben.
  3. Routine schaffen
    Verknüpfen Sie die Übungen mit Gewohnheiten: z. B. immer nach dem Zähneputzen oder abends beim Fernsehen.
  4. Fortschritte dokumentieren
    Ein Häkchen im Kalender oder eine App können unterstützen und motivieren, in dem Sie die Erfolge sichtbar machen.
  5. Erfolge feiern
    Kleine Etappenziele zu erreichen ist ein Grund zur Freude! Gönnen Sie sich bewusst eine kleine Belohnung.

Die Rolle der Therapeut*innen

Auch wir als Physiotherapeutinnen tragen Verantwortung für die Adhärenz unserer Patientinnen. Dazu gehört:

  • Empathisches Zuhören
  • Realistische Therapieplanung
  • Individuelle Anpassung an Lebensumstände
  • Regelmäßige Rückmeldung und Motivation

Ein gutes therapeutisches Team, bestehend aus Patientin und Therapeutin, erkennt Hürden frühzeitig und unterstützt dabei, sie zu überwinden.

Fazit: Gemeinsam stark – Adhärenz als Therapieziel

Adhärenz ist die Basis für den Erfolg jeder physiotherapeutischen Behandlung. Sie erfordert nicht Perfektion, sondern eine bewusste Entscheidung: „Ich will aktiv mitgestalten.“

Wenn Sie diese Entscheidung treffen, sind Sie nicht allein. Wir Therapeutinnen vom PhysioWerk in Soest begleitet Sie auf Ihrem Weg, motivieren Sie, passen die Therapie an und helfen Ihnen, dranzubleiben. Denn am Ende zählt nicht, wie oft Sie einen Termin haben – sondern was Sie in der Zeit zwischen den Terminen daraus machen.


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Den Kopf unter dem Arm tragen….Die Halswirbelsäule (HWS) https://physiowerk-soest.de/den-kopf-unter-dem-arm-tragen-die-halswirbelsaeule-hws/ Tue, 08 Apr 2025 07:07:04 +0000 https://physiowerk-soest.de/?p=2508 Zur Übersicht Den Kopf unter dem Arm tragenDie Halswirbelsäule (HWS) 08 Mai, 2025 — PhysioWerk Den Kopf unter dem Arm tragen….Die Halswirbelsäule (HWS) Den Kopf unter dem Arm tragen braucht man als Mensch zum Glück nicht. Dafür haben wir die Halswirbelsäule mit ihren sieben Wirbelkörpern (im Weiteren mit WK benannt), welche den Kopf mit den […]

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Den Kopf unter dem Arm tragen
Die Halswirbelsäule (HWS)

— PhysioWerk

Den Kopf unter dem Arm tragen….Die Halswirbelsäule (HWS)

Den Kopf unter dem Arm tragen braucht man als Mensch zum Glück nicht. Dafür haben wir die Halswirbelsäule mit ihren sieben Wirbelkörpern (im Weiteren mit WK benannt), welche den Kopf mit den Kopfgelenken trägt und als Verbindung zur Brustwirbelsäule dient. In diesem Blog erfahren Sie mehr über diesen ersten Abschnitt der Wirbelsäule, ihren Aufbau, Funktion und Krankheitsbilder, so wie auch über mögliche Behandlungsformen.

Aufbau ….

Den Anfang von oben gesehen machen nach der Schädelbasis der erste Halswirbel, auch Atlas genannt, welchem noch sechs weitere Wirbel folgen. Die Halswirbelsäule endet mit dem Wirbel Prominenz, welcher deutlich aus der Reihe der Wirbelkörper, als siebter und letzter herausragt. Als erste Besonderheit bei der HWS muss man die zwei ersten WK sehen, welche als eine funktionelle Einheit (Drehwirbel) anzusehen ist. Der Atlas besitzt(C1)hat keinen Wirbelkörper und mit dem Axis (C2) zusammen im Zwischenraum keine Bandscheibe. Aus dem Axis heraus ist ein knöcherner Vorsprung gewachsen (Dens Axis), welcher in den Atlas hereinragt und dort eine gelenkige Verbindung zum Atlas eingeht und durch Bandstrukturen gehalten wird. Kommt es zu einer Fraktur bzw. Verletzung in diesem Bereich, spricht man im Volksmund von einem Genickbruch (mehr dazu später). Beide zusammen tragen den Kopf durch eine gelenkige Verbindung und ermöglichen diesen sich in Flexion, Extension, Rotation und Seitneigung (Lateralflexion) zu bewegen. Ab dem Segment C2/C3 besitzen die WK in ihrem Zwischenraum auch wieder Bandscheiben. Gehalten werden die Strukturen durch straffe Bänder (siehe Blogbeitrag WS). In der Mitte der WK verläuft vom Hirnstamm ausgehend das Rückenmark, aus dem heraus wiederum die Spinalnerven in den einzelnen Regionen entspringen und die Muskel, die Haut und andere Gewebe versorgen. Die genauere Zugehörigkeit wird später erörtert.

Eine weitere Besonderheit der Wirbel ist es, dass seitlich durch die Querfortsätze jeweils ein Loch rechts und links verläuft, durch welche die Ateria vertebralis sowie die für sie begleitenden Venen laufen, um den Blutfluss für die Kopf und Hirngegend zu gewährleisten. Insgesamt haben die Wirbel der HWS ein kleineres Erscheinungsbild als die der anderen Regionen, wobei jeder für sich eine eigene Aufgabe zu erfüllen hat.

Damit die HWS richtig funktionieren kann und in der Gesamtheit ihre Aufgabe erfüllt, hat jeder einzelne WK eine bestimmte Funktion zu erfüllen. Der erste WK (C1) hat dabei das Gewicht des Kopfes zu tragen und zu stützen, während der zweite (C2) die Drehung des Schädels ermöglicht. Die WK C3 bis C5 sorgen für Stabilität und Schutz der HWS. Dem sechsten WK (C6) kommt dann wiederum die Aufgabe der Bewegung zu, aber auch die wichtige Funktion der Stabilisation. Der herausragende siebte WK ist dann der Übergang zur Brustwirbelsäule (BWS), welche in einem späteren Block besprochen wird.

Wie bereits erwähnt haben die WK der HWS die Aufgabe die blutversorgenden Gefäße zu schützen. Des Weiteren treten aus der HWS acht Nervenpaare heraus. Generell unterscheidet man im vorderen Bereich jedoch eine oberflächliche (M. Platysma für die Mimik und M. sternocleidomastoideus als Atemhilfsmuskel), eine mittlere und eine tiefe (wie z.B. der Skalenusgruppe). So komplex die Muskulatur der HWS auch ist, sie dient immer dazu den Kopf zu bewegen, die HWS zu bewegen und zu stabilisieren und die Atmung zu unterstützen.

Neben der sensorischen und der motorischen Zuordnung der einzelnen Segmente der HWS, kann man diesen auch seelische Probleme und mögliche Beschwerden bei Fehlstellungen, zuordnen.

Aus der Halswirbelsäule heraus entspringen wie auch in anderen Regionen der WS in den einzelnen Etagen die Spinalnerven, insgesamt acht Nervenpaare bei sieben Halswirbeln, von denen jedes Paar verschiedene Bereiche des Kopfes, Nacken, Schultern, Arme und Hände mit motorischen und sensorischen Informationen versorgen. So ist es anhand von Symptomen möglich eine Zuordnung zu den einzelnen Etagen bzw. Nerven zu treffen.

  • So steuern die ersten drei Nerven C1-C3 den Kopf und Nacken einschließlich der Bewegung nach vorne.
  • C4 hingegen ist für die Aufwärtsbewegung der Schultern verantwortlich und kann mit C4/5 zusammen auch an der Steuerung des Zwerchfell beteiligt sein.
  • C5 trägt zur Steuerung des Deltamuskels und des M. Bizeps bei.
  • C6 ist an der Steuerung der Handgelenksmuskeln der Streckung beteiligt und an der Innervation des M. Bizeps.
  • C7 findet eine Beteiligung an der Innervation des M.Trizeps

Des Weiteren kann man bestimmten Etagen der HWS auch bestimmte innere Probleme, wie auch Symptome, bei Fehlstellung der WK zuordnen und natürlich auch behandeln. Eine solche Auflistung finden Sie folgend :

  • Atlas C1: fehlende Übersicht, will alles mit dem Kopf erfassen
    Kopfschmerz, Bluthochdruck, Migräne, Gedächnisschwund,chronische Müdigkeit, Schwindel, ungleichmäßige Durchblutung der Hirnhälften
  • Axis C2:  will nicht hinsehen, überfordert den Sehsinn
    Nebenhöhlenbeschwerden, Augenleiden, Ohrenschmerzen, Taubheit
  • C3/C4: Schuldgefühle, will nicht zuhören, schwankend (keinen festen Standpunkt),verliert schnell den Halt Tinitus, Zahnproblematiken (Bluten, Karies..), Pickel, Akne, Ohrenschmerzen, Neuralgien
  • C4: Dauerschnupfen, Gehörverlust, aufgeplatzte Lippen, verkrampfte Lippenmuskeln
  • C5/C6: Kloß im Hals, kann nicht gut reden, kann sich nicht durchbeißen, Heiserkeit, Halsschmerzen, chr. Erkältung, Mandelentzündungen, steifes Genick, Oberarmschmerzen
  • C7: wehrt sich nicht, lässt sich demütigen, fühlt sich unterdrückt, leidet still

Dies sind jedoch lediglich grobe Anhalte für eine mögliche Ursache. Um eine Diagnose erhalten zu können, ersetzt dies nicht den Gang zum Arzt.

Muskeln der Halswirbelsäule….

Wer kennt ihn nicht, den steifen Nacken nach langer ungewohnter Arbeit, wie z.B. das Streichen der Wohnzimmerdecke? Dies hat seinen Ursprung natürlich darin, dass es auch an der HWS eine Menge an Muskeln gibt, die eine Stabilisation, aber auch eine Beweglichkeit überhaupt erst ermöglichen. Um alle hier aufzuzählen würde den Rahmen sprengen, deshalb erfolgt hier nur ein kurzer Auszug, um überhaupt einen groben Einblick in die Komplexität der Halswirbelsäule zu erlangen.

Die vorderen Muskeln lassen sich grob in eine oberflächliche, eine  mittlere und in eine tiefe Schicht einteilen. Im hinteren Bereich finden wir zwei große Muskel, den M.  Trapezius und den M. Levator scapulae, welche häufig zu Nackenverspannungen führen. Seitlich findet man die Scalenigruppe die an der ersten und zweiten Rippe ansetzen und unter anderen die Atmung mit unterstützen. Des Weiteren finden an der Rückseite eine Vielzahl an Muskeln die den Kopf seine Bewegung ermöglichen. Ebenso finden ein Teil der Kaumuskeln, Muskeln die für das schlucken notwendig sind, ihren Ursprung an der HWS. Dies zeigt Ihnen schon, wie kompliziert die HWS aufebaut ist.

Krankheitsbilder der HWS ..

Neben den bereits erwähnten muskulären Problemen durch Fehl-/Überbelastung, welche sich z.B. durch Kopfschmerzen oder Schwindel zeigen und den möglichen Symptomen bei Fehlstellungen der WK, gibt es an der HWS noch eine Menge an weiteren Problematiken. So können degenerative Veränderungen an den WK (Osteophyten) imselber und aber auch an den Gelenken (Facettgelenksarthrose) der WK untereinander,  auftreten. Des Weiteren können wie auch in den anderen Bereichen der Wirbelsäule im HWS Bereich der Spinalkanal verengen und zu Missempfindungen und Gang-Unsicherheit, bis hin zu Lähmungs-erscheinungen, führen. Auch können Problematiken durch Bandscheiben-veränderungen hervorgerufen werden, welche zu unterschiedlichen Symptomen führen können. Nicht außer Acht zu lassen sind Kieferproblematiken und eine verspannte Kaumuskulatur, welche sich ebenfalls negativ auf die Schulter-/Nackenmuskulatur auswirken kann oder ggf. auch anders herum.

Wie am gesamten Körper können äußere Einwirkungen, wie Stürze und andere Unfälle zu Verletzungen an und um die HWS führen. Ein Auffahrunfall führt häufig zu einem Schleudertrauma, beidem der Körper sich schützt, in dem er die Muskeln feststellt. Im schlimmsten Fall kommt es zu einem Genickbruch. Dies sind knöcherne Brüche der WK, welche nicht selten zu Verletzungen des Rückenmarks führen. Jedoch bedeutet eine solche Verletzung nicht gleich den Tod, wie häufig angenommen. Eine Vielzahl der Verletzungen heilen ohne bleibende Schäden aus.

Was kann ich selber tun?

Wie immer im Leben ist eine Krankheit häufig eine Folge aus vielen unterschiedlichen negativen Einflüssen. Einzig bei einem Unfall, weiß man das eine äußere Einwirkung zu einer systemischen Störung geführt hat. Bei allen anderen ist es häufig eine Folge von mehreren Ursachen die zur Störung führen.

Damit es erst gar nicht zu einer solchen kommt, können die folgenden einfachen Tips ggf. das Risiko einer Störung im HWS Bereich verringern.

  • Halten Sie die Muskel der HWS warm, das heißt, tragen Sie einen Schal/Tuch;

die Muskeln liegen stets im freien und sind damit sehr anfällig gegen Wind und Kälte

  • Achten Sie auf eine gute Haltung, halten Sie den Kopf nicht zu lange in einer Position/ Zwangshaltung
  • stellen Sie sich um die Muskulatur zu aktivieren an eine Wand und halten mit ihrem Rücken Kontakt zu dieser; ziehen Se die Schulterblätter nach hinten /unten und ziehen Sie ihr Kinn nach hinten, so dass der Hinterkopf ebenfalls Kontakt zur Wand bekommt; halten Sie diese Position für ca. 20 sec.; Wiederholen Sie dies für 5- 8 Mal
  • Nehmen Sie ihr Kinn auf das Brustbein, legen den Kopf seitlich nach rechts und drehen den Kopf zur linken Schulter und schieben dabei den linken Arm nach unter heraus, bis ein leichtes Ziehen im Nackenbereich entsteht; halte Sie dies für 5 Atemzüge und wiederholen nach einer Pause das Ganze ca. 5 Mal; für die rechte Seite das ganze umgekehrt
  • Dies sind nur kleine Beispiele, um etwas für seine HWS zu tun

Egal ist jedoch, welches Symptom sich bei Ihnen bemerkbar macht. Suchen Sie zunächst einen Arzt auf, um eine Diagnose zu erhalten. In den meisten Fällen reicht dann eine physiotherapeutische Behandlung aus. Diese sollte darin bestehen, dass der Therapeut mit eine umfangreiche Befundung durchführt, um dann einen auf ihre Problematik gestimmten Therapieplan erstellen zu können. Denn gleiche Symptome haben nicht immer die gleiche Ursache.


Wir vom Physiowerk Soest, sind natürlich auch in Fragen HWS für Sie da und stehen Ihnen mit einem kompetenten Team, im ganzheitlichen Sinne zur Seite!

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Neue Ansätze bei CRPS https://physiowerk-soest.de/neue-ansaetze-bei-crps/ Fri, 07 Mar 2025 08:48:12 +0000 https://physiowerk-soest.de/?p=2425 Zur Übersicht Wenn das Gehirn den Schmerz steuert: Neue Ansätze bei CRPS 07 März, 2025 — PhysioWerk In unserem Blogbeitrag vom 04.02.25 haben wir darüber berichtet, wie Schmerzen entstehen. Dabei haben wir auch kurz das Komplexe Regionale Schmerzsyndrom (CRPS) erwähnt. Heute vertiefen wir das Thema chronischer Schmerzen und werfen einen genaueren Blick darauf, wie moderne […]

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Wenn das Gehirn den Schmerz steuert:
Neue Ansätze bei CRPS

— PhysioWerk

In unserem Blogbeitrag vom 04.02.25 haben wir darüber berichtet, wie Schmerzen entstehen. Dabei haben wir auch kurz das Komplexe Regionale Schmerzsyndrom (CRPS) erwähnt. Heute vertiefen wir das Thema chronischer Schmerzen und werfen einen genaueren Blick darauf, wie moderne physiotherapeutische Ansätze – allen voran die Graded Motor Imagery (GMI) – dabei helfen können, Schmerzen zu lindern.
CRPS ist besonders tückisch: Nach einer Verletzung treten Schmerzen auf, die in ihrer Intensität nicht mit der ursprünglichen Verletzung übereinstimmen. Doch warum passiert das? Und was hat das Gehirn damit zu tun? In diesem Beitrag nehmen wir Sie mit in die faszinierende Welt der Neuroplastizität und zeigen, wie unser Gehirn Schmerz beeinflusst – und wie wir uns diesen Mechanismus therapeutisch zunutze machen können.

Was ist CRPS?

CRPS tritt häufig nach Verletzungen wie Knochenbrüchen oder Operationen auf, kann aber auch ohne erkennbare Ursache entstehen. Betroffene klagen über intensive Schmerzen, die von Begleiterscheinungen wie Schwellungen, Hautveränderungen und Bewegungseinschränkungen begleitet werden. Besonders auffällig ist, dass der Schmerz oft deutlich stärker ist, als es die ursprüngliche Verletzung vermuten ließe.
Ein Beispiel: Eine Patientin verstaucht sich leicht den Knöchel. Während die Verletzung normalerweise nach wenigen Wochen ausheilen sollte, entwickelt sich ein intensiver, anhaltender Schmerz. Das Nervensystem ist überempfindlich geworden und interpretiert harmlose Reize als Bedrohung.
CRPS wirkt sich nicht nur auf den Körper aus, sondern hat auch psychische Auswirkungen. Viele Betroffene entwickeln eine Angst vor Bewegung oder vermeiden bestimmte Aktivitäten aus Furcht vor Schmerzen. Dadurch verstärken sich die Symptome, und ein Teufelskreis aus Schmerz und Schonhaltung entsteht. Genau hier setzt die moderne Physiotherapie an: Sie hilft, den Schmerz zu reduzieren und die ursprüngliche Körperwahrnehmung wiederherzustellen.

Der Trick mit der Gummihand – Wie unser Gehirn Körpergrenzen wahrnimmt

Ein spannender neurologischer Effekt kann helfen, CRPS besser zu verstehen: die Gummihand-Illusion. Dabei wird eine realistische Gummihand so platziert, dass sie wie die eigene aussieht. Während die echte Hand außer Sichtweite liegt, streicht ihr Therapeut, ihre Therapeutin gleichzeitig über die Gummihand und die verdeckte echte Hand. Nach kurzer Zeit entsteht das Gefühl, die Gummihand gehöre zum eigenen Körper.
Was hat das mit Schmerzen zu tun? Das Gehirn nutzt Sinneseindrücke, um eine innere Landkarte des Körpers zu erstellen – eine sogenannte Körperkarte. Diese kann sich verändern, wenn die Wahrnehmung eines Körperteils gestört ist. Genau das passiert bei chronischen Schmerzen: Das Gehirn interpretiert die betroffene Region verzerrt und kann dadurch Schmerzen aufrechterhalten, obwohl die ursprüngliche Verletzung längst verheilt ist.

Graded Motor Imagery (GMI) – Bewegung beginnt im Kopf

Ein vielversprechender Therapieansatz zur Behandlung von CRPS ist die Graded Motor Imagery (GMI). Diese Methode besteht aus drei aufeinander aufbauenden Schritten:

  1. Links-Rechts-Unterscheidung: Betroffene sehen Bilder von Händen oder Füßen und müssen angeben, ob es sich um die linke oder rechte Seite handelt. Klingt einfach, ist es bei CRPS aber nicht immer. Diese Übung hilft, die gestörte Wahrnehmung des betroffenen Körperteils zu verbessern. Das regelmäßige Training fördert die Reorganisation im Gehirn.
  2. Bewegungsvorstellung: Hier stellt sich die Patientin oder der Patient vor, wie das betroffene Körperteil bewegt wird – ganz ohne echte Bewegung. Das aktiviert die motorischen Zentren im Gehirn und bereitet sie auf reale Bewegungen vor. Studien zeigen, dass diese mentale Aktivität nicht nur das Vertrauen in den eigenen Körper stärkt, sondern auch die Schmerzintensität senken kann.
  3. Spiegeltherapie: Mit Hilfe eines Spiegels wird der gesunde Körperteil gespiegelt, sodass es aussieht, als bewege sich der erkrankte. Diese Illusion kann Schmerzen lindern und die Bewegungsfähigkeit verbessern. Der Blick auf das Spiegelbild täuscht dem Gehirn schmerzfreie Bewegung vor und hilft so, die gestörte Schmerzverarbeitung zu normalisieren.

Warum wirkt das? Die Rolle des Homunculus und der Körperkarten

Unser Gehirn speichert eine detaillierte Karte unseres Körpers – den sensorischen Homunculus. Dieses Modell zeigt, wie viel Platz verschiedene Körperregionen im Gehirn einnehmen. Hände und Gesicht sind beispielsweise überproportional groß dargestellt, weil sie besonders viele Sinnesrezeptoren besitzen.
Bei chronischen Schmerzpatient*innen können diese Körperkarten verzerrt sein. Betroffene empfinden ihr schmerzendes Körperteil oft als vergrößert oder fremd. Diese Fehlinformationen im Gehirn tragen dazu bei, dass der Schmerz bestehen bleibt. GMI kann diese Karten reorganisieren und schärfen, wodurch das Schmerzempfinden positiv beeinflusst wird.

Neuroplastizität – Die erstaunliche Anpassungsfähigkeit des Gehirns

Ein weiterer entscheidender Faktor ist die Neuroplastizität – die Fähigkeit des Gehirns, sich anzupassen und zu verändern. Neuronale Netzwerke sind nicht statisch, sondern passen sich an neue Erfahrungen an. Dies geschieht durch das Bilden, Verändern oder Verstärken von Verbindungen zwischen Nervenzellen, den sogenannten Synapsen.
Bei CRPS sind die neuronalen Muster im Gehirn gestört. Schmerzen, die ursprünglich als Schutzmechanismus dienten, bleiben bestehen, obwohl die eigentliche Verletzung längst ausgeheilt ist. Die GMI-Therapie nutzt diese Plastizität gezielt: Durch mentale Übungen und sensorische Reize werden neue, schmerzfreie Bewegungsmuster im Gehirn angelegt. Studien deuten darauf hin, dass diese Methode die Schmerzwahrnehmung verändern und die Lebensqualität von Betroffenen verbessern kann.
Interessanterweise kann Neuroplastizität nicht nur negative Veränderungen hervorrufen, wie bei chronischen Schmerzen, sondern auch positiv genutzt werden. Durch gezielte Therapien wird das Gehirn regelrecht trainiert, den Schmerz zu „verlernen“ und eine gesunde Körperwahrnehmung wiederherzustellen.
Alltagstipps für Betroffene
Neben der Therapie gibt es einige Tipps, die den Umgang mit CRPS im Alltag erleichtern können:

  • Bewegung trotz Schmerz: Schonende Bewegungsübungen halten die Muskulatur aktiv und verhindern Versteifungen.
  • Achtsamkeitstraining: Entspannungstechniken wie Meditation helfen, den Stresspegel zu senken und das Schmerzempfinden zu verringern.
  • Temperaturreize nutzen: Wechselbäder können helfen, die Durchblutung zu fördern und das Nervensystem positiv zu beeinflussen.

Fazit: Hoffnung durch moderne Therapie

Chronische Schmerzen sind komplex, aber moderne physiotherapeutische Ansätze wie die Graded Motor Imagery bieten neue Hoffnung. Unser Gehirn ist formbar und kann auch nach langer Schmerzgeschichte wieder lernen, den Körper korrekt wahrzunehmen – und den Schmerz loszulassen.
Wenn Sie mehr darüber erfahren oder eine individuelle Beratung möchten, sprechen Sie uns gerne im PhysioWerk in Soest an.


Für die besonders Interessierten:

Bellan, V., Braithwaite, F. A., Wilkinson, E. M., Stanton, T. R., & Moseley, G. L. (2021). Where is my arm? Investigating the link between complex regional pain syndrome and poor localisation of the affected limb. PeerJ, 9, e11882. https://doi.org/10.7717/peerj.11882

Bowering, K. J., O’Connell, N. E., Tabor, A., Catley, M. J., Leake, H. B., Moseley, G. L., & Stanton, T. R. (2013). The Effects of Graded Motor Imagery and Its Components on Chronic Pain: A Systematic Review and Meta-Analysis. The Journal of Pain, 14(1), 3–13. https://doi.org/10.1016/j.jpain.2012.09.007

Grande, L. A., Loeser, J. D., Ozuna, J., Ashleigh, A., & Samii, A. (2004). Complex regional pain syndrome as a stress response. Pain, 110(1), 495–498. https://doi.org/10.1016/j.pain.2004.03.032

Liepelt, R., & Brooks, J. (2017). The Mind-Body Connection. The Scientist, 31.

Moseley, G. L., Gallace, A., & Spence, C. (2012). Bodily illusions in health and disease: Physiological and clinical perspectives and the concept of a cortical ‘body matrix.’ Neuroscience & Biobehavioral Reviews, 36(1), 34–46. https://doi.org/10.1016/j.neubiorev.2011.03.013

Moseley, L. G. (2004). Graded motor imagery is effective for long-standing complex regional pain syndrome: A randomised controlled trial. Pain, 108(1), 192–198. https://doi.org/10.1016/j.pain.2004.01.006

Ramakonar, H., Franz, E. A., & Lind, C. R. P. (2011). The rubber hand illusion and its application to clinical neuroscience. Journal of Clinical Neuroscience, 18(12), 1596–1601. https://doi.org/10.1016/j.jocn.2011.05.008


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Die Wirbelsäule https://physiowerk-soest.de/die-wirbelsaeule/ Mon, 17 Feb 2025 07:39:15 +0000 https://physiowerk-soest.de/?p=2417 Zur Übersicht Die Wirbelsäule 17 Februar, 2025 — PhysioWerk „Rückgrat zeigen“ ist ein bekanntes Sprichwort, das für Standhaftigkeit und Haltung steht. In diesem Kontext widmen wir uns jedoch der anatomischen Struktur der Wirbelsäule, die als zentraler Bestandteil des Rückgrates fungiert und das Fundament unseres Körpers bildet. Aufbau der Wirbelsäule Die Wirbelsäule (columna vertebralis) ist die […]

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Die Wirbelsäule

— PhysioWerk

„Rückgrat zeigen“ ist ein bekanntes Sprichwort, das für Standhaftigkeit und Haltung steht. In diesem Kontext widmen wir uns jedoch der anatomischen Struktur der Wirbelsäule, die als zentraler Bestandteil des Rückgrates fungiert und das Fundament unseres Körpers bildet.

Aufbau der Wirbelsäule

Die Wirbelsäule (columna vertebralis) ist die knöcherne Struktur der Wirbeltiere, die das Rückenmark umgibt und als Stütze für den Kopf sowie als Verbindung zum Becken und den unteren Extremitäten dient. Sie setzt sich aus verschiedenen Abschnitten zusammen: der Halswirbelsäule (HWS) mit sieben Wirbelkörpern, der Brustwirbelsäule (BWS) mit zwölf Wirbelkörpern, der Lendenwirbelsäule (LWS) mit fünf Wirbelkörpern, dem Os Sacrum (Kreuzbein) mit fünf verknöcherten Wirbelkörpern und dem Os Coccygis (Steißbein) mit 3-5 verknöcherten Wirbelkörpern.

Die Wirbelkörper sind gelenkig miteinander verbunden, wobei zwischen ihnen Bandscheiben (discus intervertebralis) liegen, die vom zweiten Halswirbel bis zum Übergang am Sacrum insgesamt 23 Stück umfassen und nach unten hin an Dicke zunehmen. Die Struktur der Wirbelsäule ist so gestaltet, dass die Wirbelkörper im unteren Abschnitt dicker sind als im Halsbereich, um das Gewicht besser zu tragen. Die doppelte S-Form der Wirbelsäule ermöglicht eine effektive Stoßdämpfung: Die HWS ist nach vorn (Lordose) und die BWS nach hinten (Kyphose) gekrümmt, während die LWS erneut eine Biegung nach vorne aufweist. Das Kreuz- und Steißbein zeigt eine kyphotische Stellung.

Das Rückgrat, das wir bei Menschen sehen, besteht aus den sichtbaren und tastbaren Dornfortsätzen der einzelnen Wirbelkörper.

Aufbau der Wirbelkörper

Die Wirbelkörper der verschiedenen Abschnitte der Wirbelsäule haben unterschiedliche Formen, sind jedoch im allgemeinen Aufbau ähnlich. Ein kompakter Wirbelkörper wird von einem knöchernen Wirbelbogen umschlossen. Der erste Wirbelkörper (Atlas) bildet eine Ausnahme, da er keinen Wirbelkörper besitzt und zusammen mit dem Dens des zweiten Wirbelkörpers eine funktionelle Einheit bildet.

Die Wirbelbögen bilden die schützende Hülle für das Rückenmark und seine umgebenden Häute. Zwischen den Wirbelkörpern befinden sich Bandscheiben, die als unechte Gelenke (Symphysen) fungieren und aus einem äußeren Faserknorpelring sowie einem gallertartigen Kern bestehen. Diese Strukturen ermöglichen Beweglichkeit und dämpfen Bewegungen, Drücke und Stöße. Seitlich und rückwärtig sind knöcherne Ausbildungen, die Quer- und Dornfortsätze, vorhanden. Gelenkflächen an den seitlichen Flächen der Wirbelkörper bilden Facettgelenke. Im Hals- und Brustwirbelsäulenbereich sind die Rippen gelenkig mit den kompakten Wirbelkörpern verbunden. An den Dornfortsätzen setzen Bänder und Muskeln an.

Bänder der Wirbelsäule

Die Wirbelsäule wird durch sechs Bandstrukturen stabilisiert, die gleichzeitig Bewegung ermöglichen:

  1. Das vordere Längsband (ligamentum longitudinale anterior) erstreckt sich von der Halsregion bis zum Becken an der Vorderseite der Wirbelkörper.
  2. Das hintere Längsband (ligamentum longitudinale posterior) verläuft an der Rückseite der Wirbelkörper und kleidet den vorderen Bereich des Wirbelkanals aus.
  3. Die gelben Bänder (ligamenta flava) befinden sich zwischen den einzelnen Wirbelbögen.
  4. Das über die Dornfortsätze verlaufende Band (ligamentum supraspinale) hat eine stabilisierende Funktion.
  5. Feste Bänder verbinden die Querfortsätze (ligamenti intertransversaria) und die Dornfortsätze (ligamenti interspinalia).

Die Stabilität der Wirbelsäule wird durch die Unterstützung der Muskeln gewährleistet, die in den folgenden Abschnitten behandelt werden.

Bewegung in der Wirbelsäule

Die Wirbelsäule ermöglicht neben der Flexion (Vorbeugen) auch die Extension (Rückbeugen), Seitneigung (Lateralflexion) und Rotation. Die Bewegungen sind in den einzelnen Abschnitten, im unterschiedlichen Ausmaß, möglich.

Erkrankungen der Wirbelsäule

Da es in diesem Beitrag eher um den Aufbau der Wirbelsäule geht, werden Erkrankungen des Systems auch nur global angesprochen. In weiteren Beiträgen werden die einzelnen Abschnitte noch einmal genauer unter die Lupe genommen und dort auch über die möglichen Erkrankungen genauer eingegangen.

Wie bei allen knöchernen Strukturen können an der Wirbelsäule durch Unfälle, Frakturen entstehen, die bis hin zu einer Querschnittslähmung führen können, wenn das Rückenmark betroffen oder geschädigt wird.

Des Weiteren kennt man die Verschleißerscheinungen der Symphysengelenke zwischen den Wirbelkörpern, die sogenannten Bandscheibenvorwölbungen bzw. Bandscheibenvorfälle (Protrusion bzw. Prolaps).

Wie bei anderen Körperteilen und Gelenken gibt es auch an der Wirbelsäule entzündliche Erkrankungen (z.B. Morbus Bechterew), angeborenen Erkrankungen oder Fehlbildungen wie Spina bifida occulta oder Spina bifida aperta, erworbene Deformitäten, Instabilitäten und Verschleißerscheinungen.

Wie bereits erwähnt, werden wir in weiteren Beiträgen noch einmal speziell über Erkrankungen der Wirbelsäule schreiben.

Fazit

Wie auch alle anderen menschlichen Körperteile bietet die Wirbelsäule eine Menge an Potential durch Fehl-/ Überbelastung zu erkranken.


Wir vom Physiowerk Soest bieten Ihnen hierzu eine Menge an unterschiedlichen Therapiemöglichkeiten, um vorbeugend, aber auch im Krankheitsfall, Ihrem Körper unterstützend zur Seite zu stehen.

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Barfußlaufen bei Achillessehnen-Tendinopathie https://physiowerk-soest.de/barfusslaufen-bei-achillessehnen-tendinopathie/ Mon, 10 Feb 2025 11:11:47 +0000 https://physiowerk-soest.de/?p=2335 Zur Übersicht Barfußlaufen bei Achillessehnen-Tendinopathie: Chance oder Risiko? 10 Februar, 2025 — PhysioWerk In unserem Blogbeitrag vom 17. Januar haben wir bereits über das Thema Achillessehnen-Tendinopathie (AT) bei Läuferinnen und Läufern berichtet. Die Betroffenen suchen oft nach Wegen, um die Beschwerden zu lindern, die Sehne nachhaltig zu stärken. Aktive und nicht Betroffene wiederum machen sich […]

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Barfußlaufen bei Achillessehnen-Tendinopathie: Chance oder Risiko?

— PhysioWerk

In unserem Blogbeitrag vom 17. Januar haben wir bereits über das Thema Achillessehnen-Tendinopathie (AT) bei Läuferinnen und Läufern berichtet. Die Betroffenen suchen oft nach Wegen, um die Beschwerden zu lindern, die Sehne nachhaltig zu stärken. Aktive und nicht Betroffene wiederum machen sich Gedanken über präventive Trainingsmethoden. Ein viel diskutierter Ansatz ist das Barfußlaufen. Befürworter argumentieren, dass es biomechanische Vorteile bietet, die mit etablierten physiotherapeutischen Methoden wie exzentrischem Training vergleichbar sind. Aber kann Barfußlaufen wirklich helfen, oder birgt es eher Risiken? Dieser Beitrag hat die Ziele, die theoretischen Zusammenhänge zu beleuchten und gibt praxisnahe Empfehlungen.

Die Achillessehne und ihre Belastung

Zunächst eine kurze Wiederholung zur Achillessehne. Sie ist die stärkste Sehne des Körpers und verbindet die Ferse mit der Wadenmuskulatur. Durch sie können wir zum Beispiel schnell Sprinten und kraftvoll Springen. Wollen wir beim Laufen zu schnell zu viel, kann es passieren, dass die Achillessehne überlastet. Eine Achillessehnen-Tendinopathie kann darauf folgen. Sie entsteht oft durch wiederholte Mikroverletzungen, die nicht ausreichend heilen. Symptome sind Schmerzen, Schwellungen und eine verminderte Belastbarkeit. Die physiotherapeutische Behandlung zielt darauf ab die Sehne durch ein angepasstes Belastungsmanagement und individuelle Übungen zu stärken, ohne sie weiter zu schädigen.

Langfristig unbehandelte AT kann zu einer verminderten mechanischen Belastbarkeit der Sehne führen, wodurch das Risiko für Sehnenrupturen steigt. Teils passen Betroffene ihre Bewegungsmuster an die Schmerzen an, um sie zu vermeiden. Diese Anpassung wird auch als Schonhaltung bezeichnet.

Barfußlaufen: Was steckt dahinter?

Barfußlaufen verändert die Art, wie der Fuß aufsetzt. Während viele Läufer mit Schuhen über die Ferse abrollen fördert das Laufen ohne Schuhe eher den Vorfuß- oder Mittelfußlauf. In der Theorie hat dies mehrere biomechanische Konsequenzen:

  • Geringere Aufprallkräfte: Der direkte Bodenkontakt ermöglicht eine bessere Stoßdämpfung durch die Muskulatur.
  • Veränderte Achillessehnenbelastung: Studien zeigen, dass Barfußlaufen die Sehne ähnlich belastet wie exzentrisches Training – ein etablierter Therapieansatz bei AT.
  • Anpassung der Laufmechanik: Durch eine veränderte Kraftverteilung kann möglicherweise das Risiko für Fehlbelastungen verringert werden.

Wenn Sie mit dem Gedanken spielen Barfußlaufen auszuprobieren, ist es nicht notwendig komplett auf das Tragen von Laufschuhen zu verzichten. Vielmehr kann es als Übung in einen umfassenden Therapieplan integriert werden. Beispielsweise könnte eine langsame Steigerung der Barfußlauf-Dauer kombiniert mit physiotherapeutischen Übungen den Heilungsprozess unterstützen.

Welche Vorteile könnte Barfußlaufen bieten?

  1. Verbesserte Sehnenanpassung

Die Belastung der Achillessehne durch Barfußlaufen ähnelt der durch exzentrisches Training. Dies könnte eine positive Anpassung der Sehne fördern und langfristig die Belastbarkeit erhöhen. Zudem gibt es Hinweise darauf, dass gezieltes Barfußlaufen die Kollagenproduktion der Sehne unterstützen kann, wodurch die strukturelle Integrität verbessert wird.

  1. Natürlichere Biomechanik

Studien zeigen, dass Barfußläufer eine biomechanisch günstigere Lauftechnik entwickeln, die eine gleichmäßigere Belastung der Sehne ermöglicht. Dies könnte dazu beitragen, Überlastungsspitzen zu reduzieren. Besonders interessant ist, dass die Aktivierung der Fußmuskulatur durch Barfußlaufen intensiver erfolgt, was zu einer besseren Stabilität und Kontrolle beim Laufen führen kann.

  1. Reduzierte Bremskräfte

Schuhe mit stark gedämpften Sohlen können zu einer erhöhten Bremskraft beim Bodenkontakt, was zusätzliche Belastungen auf die Sehne ausüben kann. Barfußläufer setzen den Fuß vorsichtiger auf, was diesen Effekt reduziert. Eine geringere Bremskraft bedeutet auch, dass weniger Energie in den unteren Extremitäten verloren geht, was zu einer effizienteren Laufökonomie führt.

Welche Risiken birgt Barfußlaufen?

  1. Überlastung durch plötzlichen Wechsel

Ein abrupter Wechsel zum Barfußlaufen kann problematisch sein. Die Muskulatur und Sehnenstrukturen benötigen Zeit, um sich an die neue Belastung anzupassen. Wer ohne Vorbereitung wechselt, riskiert eine Überlastung. Empfehlenswert ist eine schrittweise Integration von Barfußlaufen in das Training, beginnend mit kurzen Strecken auf weichem Untergrund.

  1. Erhöhte Belastung bei älteren Patienten

Ältere Läufer oder Menschen mit bereits geschwächter Sehnenstruktur könnten stärker auf die veränderten Belastungen reagieren. Hier ist besondere Vorsicht geboten. Eine ärztliche oder physiotherapeutische Begleitung kann helfen, den richtigen Umfang und die Intensität des Barfußtrainings festzulegen.

  1. Lauftechnik

Die Bedeutung der Lauftechnik wird immer wieder heiß diskutiert. Kann sie helfen, Verletzungen zu vermeiden, oder ist sie nur eine individuelle Angelegenheit? Die Forschung liefert dazu keine eindeutige Antwort. Einige Studien zeigen, dass eine veränderte Lauftechnik die Achillessehne entlasten könnte, während andere darauf hinweisen, dass die natürliche Variabilität so groß ist, dass es keine allgemeingültige ‚richtige‘ Technik gibt. Statt sich zwanghaft an ein bestimmtes Muster anzupassen, ist es sinnvoller, auf eine ökonomische, für den eigenen Körper angenehme Laufweise zu achten. Wer Beschwerden hat oder sich unsicher fühlt, kann von einer professionellen Laufanalyse profitieren – nicht als starre Vorgabe, sondern als Möglichkeit, individuelle Anpassungen zu finden.

Bei den vorgestellten Theorien, Vorteilen und Risiken ist es wichtig zu berücksichtigen, dass die Studienlage gemischt ist. Das heißt, es gibt Studien, die die biomechanischen Theorien, diskutierten Vorteilen und Risiken unterstützen, während es ebenso Studien gibt, die keine oder wenig aussagekräftige Zusammenhänge nachweisen konnten.

Praktische Tipps zur sicheren Integration von Barfußlaufen

  • Langsame Anpassung: Beginnen Sie mit kurzen Barfuß-Einheiten auf weichen Untergründen wie Gras oder Sand.
  • Techniktraining: Achten Sie auf eine sanfte Landung auf dem Vor- oder Mittelfuß, um die Bremskräfte zu reduzieren.
  • Kräftigungsübungen: Ergänzen Sie Ihr Training mit Übungen für die Fuß- und Wadenmuskulatur, um die Stabilität zu verbessern.
  • Schmerzkontrolle: Treten Schmerzen auf, reduzieren Sie die Barfußlauf-Dauer oder legen Sie eine Pause ein.

Fazit: Muss es immer Barfußlaufen sein?

Barfußlaufen kann eine spannende Ergänzung in der Behandlung von AT sein – wenn sie ein paar Dinge in der praktischen Umsetzung beachten. Aber: Es ist kein Muss. Wer mit seinem aktuellen Laufstil beschwerdefrei ist, hat keinen Grund, etwas zu ändern. Nach dem Motto: ‚Never change a winning team!‘ Läufer, die gut mit Schuhen zurechtkommen, müssen nicht auf Barfußlaufen umsteigen, denn es gibt viele Alternativen, um die Achillessehne zu stärken, zum Beispiel exzentrisches Training oder gezielte Kräftigungsübungen.

Die Studienlage zeigt, dass Verletzungen und ihre Prävention viel komplexer sind, als es einfache Empfehlungen nahelegen. Barfußlaufen kann positive Effekte haben, aber es ist kein Wundermittel. Wer diesen Ansatz ausprobieren möchte, sollte sich beraten lassen und die eigenen Symptome genau beobachten. Eine Begleitung durch einen Sportmediziner oder Physiotherapeuten kann helfen, den optimalen Nutzen aus dem Barfußlaufen zu ziehen.


Für die besonders Interessierten:

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Murphy, K., Curry, E.J., & Matzkin, E.G. (2013). Barefoot Running: Does It Prevent Injuries? Sports Medicine, 43, 1131–1138. https://doi.org/10.1007/s40279-013-0093-2

Prudêncio, D.A., Maffulli, N., Migliorini, F., et al. (2023). Eccentric exercise is more effective than other exercises in the treatment of mid-portion Achilles tendinopathy: systematic review and meta-analysis. BMC Sports Science, Medicine and Rehabilitation, 15, 9. https://doi.org/10.1186/s13102-023-00618-2

Tam, N., Astephen Wilson, J.L., Noakes, T.D., et al. (2014). Barefoot running: an evaluation of current hypotheses, future research, and clinical applications. British Journal of Sports Medicine, 48, 349-355.

Van Ginckel, A., Thijs, Y., Hesar, N.G., Mahieu, N., De Clercq, D., Roosen, P., & Witvrouw, E. (2009). Intrinsic gait-related risk factors for Achilles tendinopathy in novice runners: a prospective study. Gait & Posture, 29(3), 387-391. https://doi.org/10.1016/j.gaitpost.2008.10.058.


Natürlich bieten wir Ihnen in unserer Physiowerk Praxis in Soest auch eine Reihe von Maßnahmen an, um Sie im Falle eines Falles zu unterstützen.

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